Nach gerade einmal einem Jahr im 470er standen für uns in dieser Saison direkt zwei große Höhepunkte an: die Junioren-Weltmeisterschaft in Gdynia und die Junioren-Europameisterschaft in Nida. Gemeinsam mit meiner Steuerfrau Maya Rotter von der SGAM ging es für mich, Jasper Hoschka vom YCBG, darum, uns auf internationaler Ebene zu beweisen. Für uns beide waren es die ersten großen internationalen Meisterschaften im 470er.

Junioren-Weltmeisterschaft in Gdynia

Den Anfang machte die JWM vom 11. bis 17. Juli in Gdynia, Polen. Mit einem großen internationalen Feld war das Niveau entsprechend hoch. Die Bedingungen waren dabei sehr unterschiedlich. Teilweise hatten wir nur sehr wenig Wind, wodurch es sogar zu Startverschiebungen wegen Flaute kam. Die leichten und wechselnden Bedingungen machten die Rennen besonders anspruchsvoll und verlangten viel Geduld und Konzentration.

Am Ende belegten wir den 38. Platz von 55 Teams. Unser persönliches Highlight kam ganz zum Schluss: Im letzten Rennen konnten wir mit einem 3. Platz noch einmal zeigen, was in uns steckt. Nach einer schwierigen Woche war das ein sehr motivierender Abschluss.

Junioren-Europameisterschaft in Nida

Nur wenige Tage später stand mit der JEM in Nida bereits der nächste Saisonhöhepunkt an. In Nida segelten wir bei eher böigem Wind auf einer kurzen, kabbeligen Welle. Besonders auf dem Vorwindkurs konnten wir unsere Stärke ausspielen. Durch unsere Geschwindigkeit konnten wir dort immer wieder Plätze gutmachen. Auf der Kreuz waren wir dagegen vor allem bei mehr Wind noch zu langsam.

Mit einem 29. Platz von 39 Teams konnten wir uns gegenüber der JWM verbessern. Besonders erfolgreich war unsere U19-Wertung, in der wir den 3. Platz erreichten. Unser bester Einzelplatz war ein 7. Platz am letzten Tag. Gerade dieser letzte Tag war für uns noch einmal ein wichtiger Motivationsschub, nachdem im Verlauf der Regatta zwischenzeitlich etwas die Motivation verloren gegangen war.

Fazit und Ausblick

Die beiden Meisterschaften waren für uns nach nur einem Jahr im 470er eine wichtige Erfahrung. Wir konnten uns erstmals auf internationaler Ebene mit starken Teams messen und dabei genau sehen, wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Besonders unsere Geschwindigkeit auf dem Vorwindkurs gibt uns Zuversicht, während wir auf der Kreuz und bei stärkerem Wind noch deutliches Verbesserungspotenzial haben.

Nach den beiden Saisonhöhepunkten habe ich mich entschieden, nicht weiter mit Maya im 470er zu segeln. Wir haben gemerkt, dass wir unterschiedliche Herangehensweisen an das Training, das Segeln und die Weiterentwicklung als Team haben. Deshalb haben wir uns entschieden, getrennte Wege zu gehen und uns jeweils neu zu orientieren.

Trotzdem nehme ich aus dem gemeinsamen Jahr und den beiden Meisterschaften viele wertvolle Erfahrungen mit. Der 3. Platz in der U19 bei der JEM und der 3. Platz im letzten Rennen der JWM zeigen, dass wir bereits nach kurzer Zeit im 470er gute Ergebnisse erreichen konnten. Diese Erfahrungen möchte ich nun nutzen, um mich als Segler weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt im 470er zu machen.

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