Nach genau 30 Jahren war es mal wieder Zeit, die „alten“ Segelkameraden und Kameradinnen nach Berlin einzuladen, um über die Heldentaten von damals zu reden und gemeinsam Zeit auf dem Wasser zu verbringen. Ich selbst war schon vor 7 Jahren der Initiator des letzten Treffens und so kam ich im Frühjahr 2025 bei einer Optiregatta am Wannsee, bei der ich Matti Paschen traf und wir uns über alten Zeiten unterhielten, auf die Idee, zu dem besonderen Jubiläum einzuladen. Und welcher Ort passt da besser als unser schöner Verein, wo im Jahr 1993 alles begann.
Damals initiierte unser Jochen zusammen mit Eckardt Wagner (Chef von North Sails Deutschland) und Edzard Reuter (Chef der Daimler Benz AG bis 1995) ein Segelprojekt, wie es Deutschland vorab noch nie gesehen hatte. Als Trainer wurde Bernd Zirkelbach verpflichtet, der seine Erfahrungen als langjähriger Coach des SCBG mit einbringen konnte. Wie Backe uns am Abend des 8.11.2025 noch einmal berichtete, war das auch für ihn ein ganz besondere Zeit, mit neuen Herausforderungen aber auch unglaublichen Möglichkeiten, den Segelsport in Deutschland voranzubringen.
Unter der Anleitung von Jochen und Backe wurden in ganz Deutschland 600 Nachwuchssegler gesichtet, von denen am Ende 30 ausgewählt wurden, auf den beiden 40 Fußschiffen und den beiden Mumm 36 zu trainieren und weltweit an Regatten teilzunehmen. In Europa gab es eine europäische Serie für die Mumm 36. Gesegelt wurde im Mittelmeer, auf der Ostsee und auf der Nordsee. Die größeren 40 Füßer segeln um die Qualifikation für den Admirals Cup. Anfang des Jahres 1994 und 1995 wurde in Miami trainiert und an mehreren Regatten teilgenommen, so auch bei der legendären Key West Race Week.
Ich war damals 20 Jahre alt und durfte eine der beiden Mumm 36 steuern. Aus heutiger Sicht unglaublich aber Backe und Jochen gaben mir das Vertrauen, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Der Höhepunkt des gesamten Projektes war für mich die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Mumm 36 vor Southampton und der Cowes Week 1995. Lange segelten wir als mit Abstand jüngstes Team mit unter den Top 5 und hielten mit den Profis jener Zeit gut mit. Am Ende wurde es leider nur ein 13. Platz von 25 Booten aber immer hin noch vor Achim Griese und Jörg Diesch, die damals schon Segellegenden waren.
Leider hielt das ehrgeizige Projekt nur knapp 3 Jahre und wir konnten das große Ziel, am Volvo Ocean Race, damals noch Whitbread Round The World Race, teilzunehmen, nicht verwirklichen. Edzard Reuter schied als Chef von Daimler aus und sein Nachfolger hatte mit Technologie und Segeln wenig am Hut, sodass das Projekt abgewickelt wurde und wir uns Ende November 1995 zum Abgesang in Berlin trafen.
Daher auch dieses Jahr wieder ein Treffen in Berlin, zu dem sich immerhin 21 der alten Haudegen einfanden. Bei angenehmen Temperaturen und sehr leichtem Wind konnten wir mit den Booten von Marco Rotter einige Matches auf dem Müggel segeln, bevor wir uns zum gemütlichen Beisammensein in die Vereinsräume zurückzogen. Verstärkung erhielten wir noch von Jäcki und Jörg Schramme, die hoffentlich auch beide ihren Spaß auf dem Wasser und Land hatten.
Toll war die Stimmung und der Teamgeist an Land und auf dem Wasser. Mit jedem der Teilnehmer würde ich sofort auf ein Boot steigen und gemeinsam an einer Regatta teilnehmen. Viel zu erklären gäbe es nicht, da alle Handgriffe immer noch sitzen und jeder nach wie vor über ein unglaubliches Bootsgefühl verfügt. Unser Ingo und seine liebe Frau sorgten für das leibliche Wohl und bekommen von mir dafür ein großes Sonderlob.
Am Schluss wurde noch festgehalten, dass wir unsere Treffen regelmäßiger durchführen sollten, sodass ein nächstes Treffen spätestens für 2028 verabredet wurde.










