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28.08.2009 14:19 Alter: 8 yrs
Kategorie: Jugend
Von: Jan

Junioren EM 420er

Erlebnissbericht JEM 420er Balaton 2009


Bericht: 420er Junioren Europameisterschaft 2009 – Balaton, Ungarn

 

 

Das deutsche Team war bei der JEM 2009 am Balaton vom 8. bis 16. August 2009 mit sieben Booten vertreten. Diese waren: Simon und Felix Diesch (GER 53470 WYC), Jan Schliemann und Aaron Scheer (GER 53454 YCRa), Paul Preuß und Jonas Kunow (GER 52232 VSaW/BYC), Cedric Deppe und Max Schümann (GER 53175, VsaW), Dominik Müller und Francesco Wiedemann (GER 53119 YCF/SVWB), Julain Stückl und Adrian Hoesch (GER 53755 DTYC/BYC) und als einziges Mädchenteam: Svenja Weger und ich, Wiebke Lechler (GER 53176, PYC/YCBG).

 

Schon am Anreisetag, der aus Trainingsgründen schon eine Woche vor dem Regattabeginn war, war klar, dass wir einige sehr sonnige und warme Tage erleben würden. Wir wurden nach einer 13 stündigen Fahrt von der ungarischen Mittagssonne empfangen.

 

Nach dem Beziehen unseres Quartiers und dem Aufbauen unserer Boote im Hafen, welcher sich glücklicherweise direkt bei unserer Unterkunft befand, verlebten wir eine sonnige Trainingswoche mit sehr mäßigem Wind. Selbst ein Gewitter, welches an einem Trainingstag eine Sturmwarnung auslöste und die Warnleuchten am Ufer des Balatons zum schnellen Blinken brachte, bescherte uns nur kurzzeitig eine angenehme Bö, die unsere Boote auf dem Flachwasser ins gleiten brachte. Selbst als es dann regnete blieb es sehr warm. Wir hatten in dieser Woche also den Balaton vielseitig erlebt.

 

Als alle Teams mit kleinen Makeln am Boot, die wir für die Vermesser ändern mussten und einem zu leichten Schiff, in welches ein Zusatzgewicht eingebaut werden musste, durch die Vermessung gekommen waren, begann die Anspannung langsam zu steigen und das Event stand unmittelbar bevor. Die etwas sparsame Eröffnung stimmte letztendlich vollends auf Wettkampffeeling ein.

 

Die ersten Regattatage verliefen mit etwas Wind für fast alle Teams sehr erfreulich. Auch wenn immerwieder mal warten auf Wind mithilfe von Startverschiebung an Land angesagt war, bekamen wir doch einige Rennen zusammen. Der eingeplante LayDay am Mittwoch fiel allerdings weg, da noch nicht alle Qualifikationsläufe geschafft waren. Da dieser Tag jedoch gut genutzt werden konnte, wurde dann die Einteilung in Gold-, Silber- und Bronzefleet vorgenommen. Julian und Adrian, Paul und Jonas, Jan und Aaron, Simon und Felix sowie Svenja und ich schafften es ins Goldfleet. Durch unglückliche Black Flag- Disqualifikationen und etwas Pech in den Qualifikationsläufen, in denen man nur einen Streicher hatte, landeten Cedric und Max im Silber-, Dominik und Francesco im Bronzefleet.

 

An den letzten Tagen war sehr viel Geduld gefragt, denn es musste auf Wind gewartet werden. Trotzdem wurden Läufe geschafft, die aber für das deutsche Team mit einer Ausnahme ziemlich ärgerlich verliefen. Außer bei Julian und Adrian war bei allen irgendwie der Wurm drin. Vorallem der hohe Leistungsstandard im Goldfleet machte einem zu schaffen, denn Fehler wurden hart bestraft. Wir konnten zwar alle gut mitfahren aber einmal nach hinten geworfen war aufholen eine echte Schwierigkeit. Auch die Dichte in der das ganze Feld fuhr und die minimalen Abstände waren bemerkenswert. Svenja und ich kamen beispielsweise in einer Wettfahrt nur wenige Meter nach Julian und Adrian ins Ziel. Doch während sie auf dem 4. Platz landeten, wurden wir 21.

 

Am letzten Tag lag noch einmal große Anspannung in der Luft. Am vorigen Tag hatten Julian und Adrian einen BFD gefahren, jedoch wurde diese Wettfahrt abgebrochen. Sie hofften also, dass diese  nun nicht erneut angeschossen würde, da sie von vornherein einen BFD sicher hatten. Damit hätten sie  ihren unglaublichen 4. Platz sicher stark gefährdet. Svenja und mir dagegen wären weitere Läufe sehr Recht gewesen, denn bei uns war es davor nicht so gut gelaufen und wir hätten uns gerne noch verbessert und einen zweiten Streicher gehabt.

 

Nach stundenlangem Warten und ausgiebigem Baden stand es endlich fest. Abbruch. Julian und Adrian waren 4.!

 

Die Siegerehrung fand einige Stunden später statt und am Abschlussabend ließen wir die Anspannung der letzten Tage von uns fallen und freuten uns über neue internationale Bekanntschaften und eine tolle Erfahrung fürs Leben.

 

Wir belegten den 5. Platz in der Mädchenwertung und wurden insgesamt 35. von 121 Booten.

 

Auch bei der gleichzeitig abgehaltenen JEM der 470er schnitt das deutsche Team bemerkenswert gut ab.

 

 

Wiebke Lechler